
Hamburg wird einen zentralen Erinnerungsort für die Opfer der Corona-Pandemie schaffen. In der Hansestadt sind bislang 4375 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion verstorben.
Bereits im Jahr 2021 hatte die Bürgerschaft beschlossen, einen solchen Ort des Gedenkens einzurichten. Nun steht fest, dass dieser auf dem Friedhof Ohlsdorf entstehen soll. Vorgesehen ist ein ruhiger, abgeschiedener Bereich auf der sogenannten Südinsel, der gleichzeitig gut erreichbar bleibt. Das Konzept umfasst eine Gedenktafel sowie einen bodennah gestalteten Brunnen, der von einem Rundweg eingerahmt wird. Der Ort soll sowohl individuelles Erinnern als auch gemeinsames Gedenken ermöglichen. In die Planungen wurden auch verschiedene Religionsgemeinschaften einbezogen.
Die Umsetzung steht kurz bevor. Die Detailplanung ist weitgehend abgeschlossen, sodass die Bauleistungen zeitnah ausgeschrieben werden können. Der Baubeginn ist noch im Laufe dieses Jahres vorgesehen. Kritik kommt aus Teilen der Opposition. Dort wird bemängelt, dass trotz eines parteiübergreifenden Beschlusses mehrere Jahre vergangen sind, ohne dass konkrete Ergebnisse sichtbar wurden. Für viele Hinterbliebene sei ein solcher Gedenkort jedoch von großer Bedeutung. Vertreter der Regierungsfraktionen verweisen hingegen auf den umfangreichen Beteiligungsprozess. Die unterschiedlichen Erwartungen und persönlichen Erfahrungen hätten eine sorgfältige Planung erforderlich gemacht. Mit dem geplanten Denkmal will Hamburg nicht nur der Verstorbenen gedenken, sondern auch einen Ort schaffen, der die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie sichtbar macht und Raum für Aufarbeitung bietet.
