
Viele Bewohnerinnen und Bewohner klagen seit Jahren über schlechten Handyempfang – ein Ärgernis, das im Alltag, im Homeoffice und in Notfällen spürbar wird. Hintergrund ist ein seit langem ungelöstes Infrastrukturthema rund um die S-Bahn-Station Kornweg.
Wie es dazu kam
2008 nahm an der Station Kornweg ein Mobilfunkmast den Betrieb auf. Dagegen formierte sich die Bürgerinitiative „Sendemastfreies Klein Borstel“, die vor möglichen Gesundheitsrisiken warnte. Der Mast wurde später wieder abgebaut; bereits zuvor waren Sendeanlagen im Stadtteil umstritten. Medienberichte aus jener Zeit dokumentieren die Proteste und die Auseinandersetzungen mit dem damaligen Betreiber.
Folgen für die Netzabdeckung
Seit dem Rückbau ist die Mobilfunkversorgung in Teilen Klein Borstels nach übereinstimmenden Berichten lückenhaft. Anwohnerinnen und Anwohner berichten von Gesprächen nur am Fenster oder im Freien, instabilen Datenverbindungen und Problemen bei der Erreichbarkeit. Lokale Medienbeiträge und politische Stellungnahmen verweisen auf ein „Funkloch“, das den Stadtteil seit Jahren begleitet.
Aktuelle politische Debatte
Am 21. Juli 2025 befasste sich der Regionalausschuss Fuhlsbüttel/Ohlsdorf/Langenhorn/Alsterdorf/Groß Borstel (FOLAG) erneut mit dem Thema. Ein Antrag der Grünen, die Bezirksamtsleitung möge sich für einen Ersatzstandort und die Wiedererrichtung eines Mastes im Umfeld der Station Kornweg einsetzen – unter Prüfung auch städtischer Flächen – fand keine Mehrheit. Die Koalition aus SPD, CDU und FDP sowie weitere Oppositionsfraktionen stimmten dagegen und verwiesen auf Zuständigkeitsfragen und das Erfordernis, private Betreiber und Fachbehörden einzubinden.
Zuständigkeiten und Eigentumsfrage
Die Station Kornweg liegt im Eigentum der Deutschen Bahn; potenzielle Standorte auf Bahn- oder städtischen Flächen bedürfen einer Abstimmung zwischen Netzbetreibern, Bahn, Bundesnetzagentur und der zuständigen Landesbehörde. Während die Grünen dem Bezirksamt eine moderierende Rolle beim Flächenangebot und der Bedarfsmeldung zuschreiben, betonen SPD, CDU und FDP, dass Genehmigung und Netzplanung nicht beim Bezirk liegen.
Blick nach vorn
Ob und wann ein neuer Mast kommt, ist offen. Politisch konkurrieren zwei Linien: eine aktive, bezirkliche Vermittlung zur Standortsuche versus der Hinweis, dass die Initiative von Betreibern und Fachbehörden ausgehen müsse – flankiert von Bürgerbeteiligung, um Akzeptanz herzustellen. Unabhängig davon bleibt der Handlungsdruck hoch: Hinweise aus Lokalberichterstattung und Beiträgen regionaler Sender zeigen, dass die unzuverlässige Erreichbarkeit im Alltag vieler Menschen in Klein Borstel weiterhin ein Thema ist.
