Am 27. April 2026 fand im Großen Saal in der Robert-Koch-Straße eine Sitzung des Regionalausschusses statt, bei der unter anderem die geplante Fahrradstraße in der Stübeheide thematisiert wurde. Grundlage der Planungen ist ein Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord aus dem September 2021 (Drucksache 21-2745).

Das Interesse aus der Bevölkerung war enorm: Der Saal war vollständig gefüllt, zusätzliche Besucher mussten auf die Empore ausweichen. Der überwiegende Teil der Anwesenden war gezielt wegen dieses Themas gekommen. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl konnten jedoch nur begrenzt Fragen gestellt und Stellungnahmen abgegeben werden. Bürgerinnen und Bürger haben weiterhin die Möglichkeit, ihre Anliegen schriftlich beim Ausschuss einzureichen (ausschussdienst@hamburg-nord.hamburg.de).

Die vorgestellten Planungsansätze wurden von Frau Bratsch aus dem Bereich Mobilität des Bezirksamts Hamburg-Nord präsentiert. Die Reaktionen aus dem Publikum fielen überwiegend kritisch aus. Im Mittelpunkt der Kritik standen mehrere Punkte. Besonders häufig wurde der geplante Wegfall von Parkplätzen genannt: Von derzeit 226 Normparkplätzen sollen 88 entfallen. Viele Anwohner sehen darin eine erhebliche Belastung für die ohnehin angespannte Parksituation. Zudem wurde der Nutzen der Maßnahme für den Radverkehr hinterfragt. Mehrfach wurde geäußert, dass die aktuelle Situation bereits funktioniere und der zusätzliche Aufwand nicht in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Mehrwert stehe.

Auch die Kosten sorgten für Unmut. Laut Angaben aus der Sitzung belaufen sich diese auf rund 6 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund begrenzter öffentlicher Mittel wurde dies von vielen als unverhältnismäßig bewertet. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die geplante Verengung der Fahrbahn auf 4,75 Meter. Hier wurden Probleme im Begegnungsverkehr befürchtet, insbesondere für größere Fahrzeuge. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Fahrradstraße nicht über die Grenze nach Wandsbek hinaus fortgeführt werden kann. Damit, so die Kritik, werde ein zentrales Ziel – eine durchgängige Verbindung – nicht erreicht. Neben der Kritik wurden auch alternative Vorschläge eingebracht. Dazu gehört der vollständige Verzicht auf die Maßnahme ebenso wie eine deutlich reduzierte Variante im Sinne einer „Fahrradstraße light“, die geringere Eingriffe in Parkraum, Fahrbahnbreite und Budget vorsieht.

Diskutiert wurde außerdem die zukünftige Nutzung der Fläche der sogenannten „Borribles“. Im Raum steht, den bestehenden Pachtvertrag (voraussichtlich bis Oktober 2026) auslaufen zu lassen und die Fläche beispielsweise als Parkplatz oder als „Kiss-and-Drop-Zone“ für den Bringverkehr von Schulkindern zu nutzen.

Die Sitzung hat gezeigt, wie groß das Interesse und wie deutlich die Meinungen in der Bevölkerung zu diesem Thema sind. Wer sich einbringen möchte, sollte die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme nutzen.

(Symbolbild)

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