
Am Alsterwanderweg in Wellingsbüttel stehen größere Veränderungen bevor. Zwischen Kuhteichweg und Alter Landstraße sollen drei Zugänge zum Alstertal erneuert werden. Die Bauarbeiten sind nach derzeitiger Planung für den Sommer 2027 vorgesehen. Ziel des Bezirksamts Wandsbek ist es, die teilweise steilen und sanierungsbedürftigen Anlagen zu verbessern und den Zugang zum Alstertal für unterschiedliche Nutzergruppen zu erleichtern.
Doch ausgerechnet für Radfahrer könnte der Umbau Nachteile bringen. Nach den vorliegenden Planungen sind keine durchgängigen Fahrradrampen vorgesehen. Damit könnten Radfahrende an den betreffenden Zugängen künftig gezwungen sein, abzusteigen und ihr Fahrrad über Stufen zu schieben.
Das sorgt für Kritik aus der Wandsbeker Bezirkspolitik. Wolfgang Kühl von der CDU begrüßt grundsätzlich die Sanierung der Verbindung zwischen Wellingsbüttel und Poppenbüttel. Problematisch sieht er jedoch den Verzicht auf durchgehende Rampen. Die Strecke wird nicht nur von Freizeitradlern genutzt, sondern auch von Pendlern sowie Schülerinnen und Schülern, unter anderem auf dem Weg zum Carl-von-Ossietzky-Gymnasium.
Hinzu kommt die verkehrspolitische Bedeutung der Verbindung. Der betroffene Abschnitt ist Teil der geplanten Bezirksroute W8. Sie soll Glashütte mit Billstedt verbinden und bestehende Lücken im Radverkehrsnetz schließen. Eine Gestaltung, bei der Fahrräder über Treppen geschoben werden müssen, wird deshalb von Kritikern als problematisch für eine alltagstaugliche Radverbindung angesehen.
Das Bezirksamt begründet die Planung mit den örtlichen Gegebenheiten. Wegen der vorhandenen Steigungen und der verfügbaren Breiten seien regelkonforme und verkehrssichere durchgängige Rampen nicht realisierbar. Eine entsprechende Variante wurde geprüft, anschließend jedoch verworfen.
Endgültig festgelegt ist die konkrete Ausführung offenbar noch nicht. Vorgesehen sind derzeit sogenannte Rampensteine, bei denen niedrige Stufen entstehen. Diese Konstruktion soll vor Beginn der eigentlichen Arbeiten auf dem Bauhof getestet und fachlich bewertet werden. Sollte sie sich nicht bewähren, kommen Rundborde als Alternative infrage. Dadurch wären die Kanten der Stufen abgerundet.
Für den Umbau der drei Anlagen werden derzeit Kosten von knapp 300.000 Euro veranschlagt. Bis zum geplanten Baustart im Sommer 2027 bleibt damit noch Zeit, die konkrete Lösung zu prüfen. Entscheidend dürfte sein, ob der gewünschte bessere Zugang zum Alstertal möglichst vielen Nutzergruppen zugutekommt oder Radfahrer an den erneuerten Zugängen weiterhin mit Hindernissen rechnen müssen.
Quelle: Bergedorfer Zeitung, Lena Diekmann, 27. Juli 2026
