Seit September 2023 steht sie leer, die Flüchtlingsunterkunft “Am Anzuchtgarten” in Klein Borstel. Sieben Jahre (zwei Jahre länger als geplant) wurden dort Geflüchtete untergebracht und betreut. Seit dem letzten Herbst ist sie verwaist, vergammelt (erste Fenster der Wohncontainer sind eingeworfen worden), das Inventar (siehe Fotos) wurde ausgebaut und irgendwie “verwertet”. Bis zum 30.6.2024 läuft der Pachtvertrag von Fördern & Wohnen mit der Stadt noch und im Oktober 2023 erklärte Fördern & Wohnen “Sobald Ressourcen zur Verfügung stehen, beginnt der Rückbau“. 

Im Anschluss an den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft ist auf dem Gelände die Erstellung von Wohnungen geplant. Ein Teil davon auch für Bewohner von Flüchtlingsunterkünften. Auf Anfrage* bei der Sozial-Behörde reagierte diese nun wie folgt: 

“[…] Darüber hinaus ist die für Soziales zuständige Staatsrätin am 18.04.2024 vor dem Hintergrund der eingangs geschilderten angespannten Situation erneut an die Bürgerinitiative Lebenswertes Klein Borstel e.V. herangetreten mit der Bitte, übergangsweise nochmals eine begrenzte Anzahl von Schutzsuchenden am Standort unterbringen zu können. Diese Gespräche dauern an. Die Initiative hat signalisiert, unter bestimmten Rahmenbedingungen der Unterbringung von bis zu 150 Schutzsuchenden für bis zu maximal einem Jahr zustimmen zu können.

Das geplante Anschlussbauvorhaben auf dem Grundstück Große Horst (Am Anzuchtgarten) wird durch die derzeitigen Planungen nicht beeinträchtigt.”

Offenbar hatte die Stadt nicht geplant, die Fläche zeitnah zu bebauen und den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, anders ist es nicht zu erklären, dass die erneute Belegung (und mehrmonatiger Vorlauf zur Wiederherstellung der Bewohnbarkeit) von einem Jahr das geplante Anschlussbauvorhaben “nicht beeinträchtigt”. Der geplante Wohnungsbau ist auch erforderlich, um langfristig den Belegungsdruck aus den Flüchtlingsunterkünften zu nehmen.

*Die Anfrage erfolgte durch Frau Martina Lütjens

 

Fotos aus Oktober 2023: